Pressemitteilung vom 11.05.2026
Über 2.100 Unterschriften für den Erhalt der Urologie am Klinikum
Friedrichshafen.
Petition warnt vor Wegfall der wohnortnahen urologischen Versorgung
im Bodenseekreis.
Friedrichshafen, 11.5.2026
Wenige Tage vor der Entscheidung des Kreistags zur Zukunft des
Medizin Campus Bodensee wächst die Unterstützung für die Petition
„Urologie im Klinikum Friedrichshafen muss bleiben/“ weiter.
Bereits mehr als 2.100 Menschen haben unterschrieben.
Die Initiatoren warnen vor dem Wegfall einer zentralen wohnortnahen
Versorgungsstruktur für den Bodenseekreis. Im Fall einer Ubernahrne
des Klinikums Friedrichshafen durch die Oberschwabenklinik droht
aus ihrer Sicht nicht nur die Verlagerung einzelner Leistungen,
sondern der Verlust der stationären Urologie am Standort Friedrichshafen.
Die Urologie am Klinikum Friedrichshafen steht für ein über Jahre
gewachsenes Modell sektorenübergreifender Versorgung: Ambulante
Diagnostik, operative Therapie, stationäre Behandlung und Nachsorge
greifen eng ineinander. Patienten profitieren von kurzen Wegen,
eingespielten Abläufen, persönlicher Verantwortung und einer
kontinuierlichen Betreuung ohne unnötige Doppeluntersuchungen
oder Informationsverluste.
Jährlich werden in der Urologischen Gemeinschaftspraxis
Friedrichshafen ca. 20.000 urologische Behandlungsfälle betreut.
Daraus ergibt sich für einen Teil der Patienten eine weiterführende
operative oder stationäre Versorgung im benachbarten Klinikum, das
sind 1600 stationäre Fälle inklusive den Kindern und etwa 2.000
Patienten werden dort pro Jahr operiert. Ein Teil benötigt
anschließend stationäre Behandlung, viele können ambulant versorgt
werden. Die Nachsorge erfolgt anschließend wieder in der Praxis – in
vielen Fällen durch die selben Arzte, die die Patienten zuvor im
Klinikum operiert oder stationär behandelt haben. So bleiben
Informationen, Verantwortung und Ansprechpartner in einer Hand.
.In Friedrichshafen wird seit Jahren praktisch umgesetzt, was gesundheitspolitisch
immer wieder gefordert wird: eine enge Verzahnung ambulanter und stationärer
Medizin“, sagt Dr. Claus Friedrich Fieseler.
Dieses Modell verbindet eine selbstständige, niedergelassene Facharztpraxis mit
mehreren Standorten im Bodenseekreis mit einer stationären Hauptabteilung am
Klinikum. Nach Darstellung der Initiatoren hat die Urologie am Klinikum
Friedrichshafen über Jahre wirtschaftlich erfolgreich gearbeitet. Umso
unverständlicher sei es, wenn eine funktionierende und leistungsstarke Abteilung nun
nicht weiterentwickelt, sondern zu Lasten der Patienten an einen anderen Standort
verlagert werden soll.
Konkret sieht das den Initiatoren bekannte Konzept vor, die stationäre Urologie
insgesamt nach Ravensburg zu verlagern; ambulante urologische Operationen sollen
demnach voraussichtlich in Tettnang erfolgen. Zugleich sollen große uroonkologische
und viszeralchirurgische Eingriffe künftig in Ravensburg konzentriert werden. Aus
Sicht der Ärzte würde dies den Standort Friedrichshafen deutlich schwächen – mit
Folgen für operative Erfahrung, interdisziplinäre Abläufe, fachliche Kompetenz sowie
die ärztliche und pflegerische Weiterbildung am gesamten Standort Friedrichshafen.
Eine Verlagerung der Urologie nach Ravensburg wäre für viele Patienten keine
organisatorische Kleinigkeit, sondern eine spürbare Verschlechterung der
Versorgung“, sagt Dr. Eberhard Köhler. „Gerade altere Menschen, Tumorpatienten
und Patienten mit akuten Beschwerden sind auf kurze Wege und verlässliche
Strukturen vor Ort angewiesen.“
„Es geht um die Frage, ob die Menschen im Bodenseekreis auch künftig eine starke
urologische Versorgung vor Ort haben“, sagt Dr. Carsten Sippel.
Der Kreistag des Bodenseekreises entscheidet am Mittwoch, 13. Mai 2026, über die
künftige Krankenhausversorgung. Die Initiatoren appellieren an die Kreisräte, keinem
Konzept zuzustimmen, das den Erhalt der Urologie am Klinikum Friedrichshafen nicht
verbindlich sichert.
Die Petition kann weiterhin online unterzeichnet werden:
www.openpetition.org/xfpxn
Kontakt für Rückfragen
Urologische Gemeinschaftspraxis Friedrichshafen
Röntgenstraße14
88048 Friedrichshafen
Telefon: 07541 / 38 73-0
E-Mail: praxis@urologie-fn.de

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